4 Minuten Lesezeit

Die Bedeutung einer guten Darmgesundheit bei Kindern

Darmgesundheit ist ein leider viel zu vernachlässigtes Thema. Dabei spielt die Gesundheit unseres Verdauungsorgans eine so wichtige Rolle für unser allgemeines Wohlbefinden. Die Darmflora, also die verschiedenen Mikroorganismen in unserem Darm, sind nicht nur für Erwachsene von entscheidender Bedeutung für die körperliche und geistige Gesundheit. Auch bei Kindern ist die Darmgesundheit entscheidend bei der Entwicklung des Immunsystems und ein gesunder Darm kann dazu beitragen, Infektionen und allergische Erkrankungen zu vermeiden.

In diesem Artikel möchten wir dir Informationen rund um die Bedeutung einer guten Darmgesundheit bei Kindern geben. Egal, ob du in Erwartung eines Kindes bist oder schon eine stolze Mutter bist, in diesem Artikel wollen wir dir wertvolle Informationen und Tipps zur Förderung der Darmgesundheit deines Kindes geben. Dabei wird es auch um die Frage gehen, wie sich das Stillen auf die Darmgesundheit deines Kindes auswirkt und was die Wissenschaft zu diesem Thema sagt.

Was bedeutet Darmgesundheit und warum sollten wir darüber sprechen?

Der Darm ist viel mehr als nur ein Verdauungsorgan. Er ist ein wichtiger Teil des Immunsystems und spielt eine entscheidende Rolle für die allgemeine körperliche und geistige Gesundheit. Im Darm befindet sich eine Vielzahl von Mikroorganismen, die als Darmflora oder Darmmikrobiom bezeichnet werden. Zusammen mit vielen anderen Mikroorganismen überall im Körper bilden sie das Mikrobiom. Das Darmmikrobiom ist von entscheidender Bedeutung für eine gesunde Verdauung, die Stärkung des Immunsystems und das Funktionieren einer Vielzahl von Prozessen im Körper.

Die Darmflora besteht aus Billionen von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen, die sich dort wohlfühlen und von dem leben, was du täglich zu dir nimmst. Sie helfen dir, deine Nahrung zu verdauen, Nährstoffe aufzunehmen und geben gleichzeitig Stoffe ab, die für die Gesundheit deines Körpers unerlässlich sind. Manche dieser Stoffe haben einen direkten Einfluss darauf, wie gut das Immunsystem funktioniert oder wie sich die Körperabwehr bei Infektionen verhält.

Weil so viel mit der Darmgesundheit zusammenhängt, weiß man heute auch, dass sogar unsere Stimmung, unser Gewicht und unsere kognitiven Fähigkeiten mit ihr zusammenhängen. Sogar Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten und Depressionen werden mit der Gesundheit der Darmflora in Verbindung gebracht.

Warum die Stillzeit entscheidend für die Darmgesundheit von Kleinkindern ist

Die ersten zwei Lebensjahre sind entscheidend für die Entwicklung einer gesunden Darmflora. Die Stillzeit ist daher neben der Ernährung eines Säuglings auch für die Entwicklung eines starken Immunsystems und einer gesunden Verdauung von Bedeutung. Macht es also einen Unterschied, ob mit Muttermilch oder Flaschenmilch gestillt wird?

In Studien zu dieser Fragen haben Forschende herausgefunden, dass das Stillen mit Muttermilch tatsächlich Auswirkungen auf die Entwicklung der Darmflora eines Säuglings haben kann. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Kinder, die mit Muttermilch gestillt wurden, ein niedrigeres Risiko für bestimmte Erkrankungen haben, darunter Infektionen, Allergien und Asthma. Die Muttermilch scheint sogar das Risiko von Übergewicht und Infektionen zu reduzieren.

Im Gegensatz dazu muss das Stillen mit Flaschenmilch jedoch nicht unbedingt schädlich sein. Grundsätzlich ist Flaschenmilch anders zusammengesetzt als Muttermilch. Zudem enthält sie nicht so viele Bifidobakterien, die besonders wichtig für die Immungesundheit von Kleinkindern sind. Allerdings haben Untersuchungen auch gezeigt, dass sich die Anzahl der Bifidobakterien im Zuge der Umstellung von Stillen auf Babynahrung langsam angleicht. Manche Flaschenmilch enthält zudem Probiotika, die das Wachstum von nützlichen Mikroorganismen fördern sollen, was sich ebenfalls positiv auf eine diverse Darmflora auswirken kann. In jedem Fall solltest du jedoch darauf achten, hochwertige Flaschenmilch zu geben.

Wie man die Darmgesundheit von Kindern unterstützen kann

Nach den ersten beiden Lebensjahren hat sich die Darmflora bereits zu einem Großteil entwickelt und das Immunsystem ist schon recht gut auf allerlei Krankheiten vorbereitet. Auch, wenn es noch nicht voll ausgebildet ist, für die Darmgesundheit von Kindern spielen nun dieselben Faktoren eine Rolle wie für erwachsene Menschen. Wenn du dich schon einmal mit der Darmgesundheit von Erwachsenen befasst hast, werden dir die folgenden Tipps also vielleicht bereits bekannt vorkommen:

  • Ernährung: Besonders förderlich für eine gesunde Darmflora bei Kindern ist eine ausgewogene Ernährung, die reich an Ballaststoffen und probiotischen Lebensmitteln ist. Das sind z. B. Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Joghurt, Kefir und fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut. Manche Lebensmittel wie Bananen, Haferflocken, Knoblauch und Zwiebeln enthalten unverdauliche Ballaststoffe, die das Wachstum nützlicher Mikroorganismen im Darm begünstigen.

  • Bewegung: Auch Bewegung kann dazu beitragen, die Darmgesundheit zu fördern, indem sie die Durchblutung des Darms erhöht und die Darmbewegungen fördert.

  • Stressreduktion: Stress kann sich negativ auf die Darmgesundheit auswirken, da die Stresshormone Cortisol und Adrenalin Entzündungsreaktionen im Körper fördern können. Stress ist also auch für Kinder ungesund und sollte möglichst vermieden werden.

Auch die Umgebung, in der Kinder aufwachsen, spielt für die Gesundheit des Darms eine bedeutende Rolle. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, ein vielfältigeres Darmmikrobiom haben, als Kinder, die in der Stadt aufwachsen. Das hängt mit der größeren Vielfalt an Bakterien zusammen, mit denen die Kinder auf dem Land in Kontakt kommen. Das Spielen im Garten und das „In-den-Mund-nehmen“ von Gegenständen hat also auch die Funktion, eine Vielzahl an Bakterien aufzunehmen, und das Immunsystem insgesamt zu stärken.

Nicht zu vergessen ist auch, dass sich Antibiotika ebenfalls bei Kindern schädlich auf die Vielfältigkeit des Mikrobioms auswirken können. Denn Antibiotika helfen nicht nur die schädlichen Bakterien zu bekämpfen, sondern greifen auch die nützlichen Helfer im Körper an. Gerade für Säuglinge und Kleinkinder, deren Darmflora sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, ist die Behandlung mit Antibiotika daher nur sehr eingeschränkt und nur in Notfällen empfehlenswert.

Zusammenfassung

Für Kinder spielt die Gesundheit des Darms also genau eine solch wichtige Rolle wie für Erwachsene. All die Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Stress, die für die Darmgesundheit von Erwachsenen entscheidend sind, wirken sich auch auf die Darmflora von Kindern aus. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, dass sich das Mikrobiom in den ersten Lebensjahren erst noch vollständig entwickeln muss. Daher kommt bei Kleinkindern noch hinzu, auf welche Art das Kind gestillt wird und in welcher Umgebung es aufwächst.

Doch in aller Regel kommen Kinder im Laufe ihrer Kindheit mit einer ausreichenden Anzahl an Mikroorganismen in Berührung, sodass sich die Darmflora und das Immunsystem gut ausbilden. Das Spielen im Freien und im Grünen ist sicherlich förderlich und gesund, genau wie viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.